Mittwoch, 1. März 2017

1. März 1917


„Am 24. Februar marschierte das I. Bataillon von seiner Arbeitsstelle nach Liéramont ab, das bereits die ersten Zeichen von Räumung und Zerstörung aufwies. Das III. und II. Bataillon waren noch in ihren Ruhequartieren, wo am 25. Königs Geburtstag in Paraden gefeiert wurde, und folgten am 26., bezw. 28. nach. Der Regimentsstab gab die Geschäfte der Bauleitung am 25. ab, siedelte am 27. gleichfalls nach Liéramont über und übernahm am 28. Februar den Befehl im bisherigen Abschnitt des Konstanzer I. R. 114. Die vordere Linie zog sich am Südwestrand des Vaast-Waldes hin, der nur noch in Baumstümpfen erhalten, von Granat- und Mineneinschlägen zerwühlt, Erinnerungen an das Kampfgelände der Argonnen wachrief. Die Stellung hatte die Aufgabe, ein Eindringen des Gegners in diesen 2 km breiten und tiefen Wald zu verhindern, den zu überwinden es der Gegner an vielen heißen Bemühungen am Schlusse der Somme-schlacht nicht hatte fehlen lassen. Der Winter hatte ihm damals ein Ziel gesetzt, jetzt aber, wo die Witterung wieder wärmer wurde und täglich Morgennebel jede Angriffs-handlung verschleierten, war die Gefahr sehr groß, daß er seine Versuche wieder auf-nahm. Solche waren umso aussichtsreicher, als der Vaastwald wie ein Keil in die gegnerische Stellung hineinsprang und im Norden bei Sailly und im Süden östlich Bouchavesnes sehr stark umfaßt war.“


aus: „Die Ulmer Grenadiere an der Westfront“, Stuttgart 1920

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