Dienstag, 16. Mai 2017

16. Mai 1917


„Die Unterbringung in unmittelbarer Nähe der Hauptkampffront und die Erkundungs-gänge in die Stellung hatten allmählich die Truppe an den Kampflärm gewöhnt, so daß man an ihren Einsatz denken konnte. Um die Kampfkraft des Regiments noch mehr zu heben, erhielt es noch einen Ersatztransport von alten kriegserfahrenen Leuten. Am 13. Mai waren alle Vorbereitungen soweit gediehen, daß das Regiment in seine ihm zugewiesene Stellung einrücken konnte. Zunächst gingen die „Einweisungskom-mandos“ voraus, die die Aufgabe hatten, jeden Abschnitt genau zu übernehmen und die anrückende Truppe sicher unter Vermeidung von Verlusten in die Stellung zu führen. In der Nacht vom 14./15. Mai rückte das II. Bataillon in die R 1-Stellung südöstlich des „Warschauer Hofes“ und war Bereitschaft. Schon hier bekam man einen Begriff, wie es kommen werde. Der Anmarsch wurde mehrfach durch feindliche schwere Feuerüber-fälle gestört. Die R 1-Stellung war nichts Schönes; ein Graben, vielfach verschüttet und zusammengeschossen, ohne Unterstände. Glücklicherweise ging es ohne Verluste ab. In der folgenden Nacht rückte das III. Bataillon an die Stelle des II., während dieses ein Bataillon des vom Regiment abzulösenden Ersatz-Inf.-Reg. 29 ablöste und wieder ohne Verluste in die Hauptstellung kam. Das I. Bataillon rückte dann in der dritten Nacht in die R 1-Stellung, so daß am 17. Mai morgens das ganze Regiment in Stellung war. In vorderer Linie stand rechts das III. Bataillon, links das II. und in Reserve das I. Bataillon.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 475 im Weltkrieg“, Stuttgart 1921


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