Mittwoch, 31. Mai 2017

31. Mai 1917


„In der Nacht zum 31. Mai zeigte der Feind gegenüber unserem linken Divisions-nachbar viel Leben; auch bedachte er das Inf.-Regt. 121 bald nach Mitternacht mit Trommelfeuer, das Hintergelände mit Gasgranaten. Ein gegen unsere 2. Kompagnie ohne Artillerievorbereitung von 2 – 3 feindlichen Zügen unternommener Angriff wird durch Infanterie- und Maschinengewehrfeuer glatt abgewiesen; in unserem Sperrfeuer erleidet der Feind starke Verluste.
Man hätte meinen können, der Feind hätte von dem schon seit 18. Mai beabsichtigten und für die Nacht vorgesehenen (30./31. Mai) Unternehmen „Pfingstfahrt“ Kenntnis gehabt.
Die Heeresgruppe hatte nämlich zu Aufklärungszwecken gewaltsame Erkundungen, vor allem zur Feststellung der feindlichen Truppenverbände, angeordnet.
Nach Vorbereitung mit – leider infolge von Kurzschüssen auch für die 5. Kompagnie verlustreichen – Artilleriefeuer und mit Granatwerfern gehen 4 Sturmkolonnen des I./119 und der Sturmabteilung 26 gegen den feindlichen Graben vor; mit 8 Gefangenen und 1 Lewis-Gewehr kehren sie in den eigenen Graben zurück. Der Zweck der Unternehmung war – leider auch mit Verlusten unsererseits – erreicht. Wir standen der 39. englischen Division gegenüber; nach Angabe der Gefangenen schien der Feind hier die Angriffe größeren Stils aufgegeben zu haben. Nach 3 Uhr morgens vorgehende starke feindliche Patrouillen wurden im Handgranatenkampf mit Verlust von 5 Toten zurückgetrieben.“



aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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