Dienstag, 12. September 2017

12. September 1917


„Schon der Marsch vom Waldlager in die Stellung war anstrengend, langwierig und ner-venanspannend. Denn der Weg dorthin führte über ein schwieriges, hügeliges Gelände, durch enge, nicht zu umgehende Schluchten, die nirgends Deckung boten, an denen entlang die Treffer der feindlichen Artillerie so sicher saßen und in denen oft tagelang die Leichen der zusammengeschossenen Fahrer und Pferde lagen. Ihre Namen Hau-mont-, Samogneux-, Schwaben-, Bayern-, Krückenschlucht und wie sie alle heißen mögen, werden allen Verdunkämpfern unvergeßlich sein, denn sie waren das Grab so vieler deutscher Soldaten. Viel lieber saß der Infanterist da vorn in seinem Granatloch, auch wenn es nur schwachen Schutz gegen das feindliche Feuer bot. Aber es war der Platz, auf den er hingehörte, dessen Verteidigung Ehrensache war, und wenn ihn der Tod hier traf, so war er leichter zu verschmerzen. Was man früher von anderen gehört hatte über die Gefährlichkeit des Anmarsches bei Verdun, konnte man jetzt am eigenen Leib verspüren und der Kompagnieführer atmete erleichtert auf, wenn er seine Kompagnie ohne Verluste nach vorne gebracht hatte. Unglaublich anstrengend und aufreibend war der Dienst all der Leute, die Essen, Material, Munition u. a. nach vorne schaffen mußten. Sie erlitten fast immer Verluste durch die nie ausbleibenden Feuerüberfälle, das starke, weit nach hinten reichende Störungsfeuer der feindlichen Artillerie.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 478 und seine Stammtruppen Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 51, 52, 53 und Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 51“, Stuttgart 1924

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