Montag, 11. Mai 2015

11. Mai 1915



„Johannes Bürk, geboren 30. Mai 1885 in Heilbronn als Sohn des Hauptlehrers Bürk, humanistisches Gymnasium und aktive Militärdienstzeit in seiner Vaterstadt, vom Herbst 1904 bis zum Herbst 1909 sud. jur. in Tübingen, Berlin und München, Eintritt in die Normannia am 19. Oktober 1904, 1910–12 Justizreferendar in Heilbronn, vom Frühjahr 1913 bis zu seiner Einberufung Gerichtsassessor beim Kameralamt Cannstatt.
B. kam sofort nach Kriegsausbruch als Vizefeldwebel d. L. mit dem Res.-Inf.-Rgt. 120 zunächst in die Vogesen, erhielt aber schon am 18. August 1914 bei Grendelbruch, südlich von Schirmeck, einen Armschuß. Nach rasch erlangter Heilung kehrte er am 9. Oktober 1914 wieder zu seinem Regiment zurück, mit welchem er den Winter über an den aufreibenden Stellungskämpfen bei La Boisselle („Hölle von La Boisselle“) teilnahm. Nachdem er inzwischen das E. K. II erhalten hatte und zum Leutnant d. L. befördert war, wurde sein Regiment nach Beginn der großen englisch-französischen Frühjahrsoffensive am 9. Mai 1915 bei Givenchy (Lorettohöhe) eingesetzt. In dem schweren Kampfe des Regiments am 10. Mai 1915, bei welchem dieses 30 Offiziere und 800 Mann verlor, blieb B. unverletzt. Am 11. Mai 1915, während er bemüht war, seinen zusammengeschmolzenen Zug zu erneutem Vorgehen zu bringen, erhielt er einen Kopfschuß, welcher ihn augenblicklich tötete. B. liegt begraben auf dem Offiziers-friedhof in Lens.“


aus: „Gedenkbuch der Tübinger Normannia für ihre Gefallenen“, Stuttgart 1921

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