Freitag, 29. Mai 2015

29. Mai 1915


Karl Hötzel
LANDWM. 1./LANDW. 121*                                                                                             † 29. MAI 1915
Geb. 25. 6. 76 in Deggingen, Sem. Gmünd 1895, aktiv 1897 in Weingarten (10 W.) U.-Lehrer in Westerheim, Deggingen, Großeislingen, Gmünd, Stuttgart, Friedrichs-hafen, Altshausen und Laupheim, seit 1903 Hauptlehrer in Unterdeufstetten, seit 1911 in Schramberg, verheiratet, rückte am 5. Aug. zu Landw. 121 ein und machte die Augustkämpfe im Münstertale mit. Im Winter 1914/15 war er als Telephonist im Schulhaus zu Weier im Tal. Bei Umbildung der Formationen ging er seines Postens verlustig und mußte trotz seines schlechten Augenlichts Schallbecher und Kontakter mit Gewehr und Spaten vertauschen. Ein unglückliches Geschick mit entsichertem Gewehr – Schuß durch die linke Hand – brachte ihn ins Laz. nach Freiburg. Doch die anscheinend ungefährliche Wunde barg den Todeskeim. Blutvergiftung trat hinzu, Fieber und operative Eingriffe zehrten das Lebensmark des einst so kernigen Mannes auf, bis er am 29. Mai sanft entschlummerte. Seine Leiche wurde unter Anteilnahme der ganzen Stadt an seinem letzten Wirkungsorte beigesetzt. Schramberg verlor in ihm einen begabten, tüchtigen Schulmann, einen hervorragenden Musiker und Dirigenten und einen unerschrockenen Verfechter von Schul- und Lehrerinteressen.“


aus: „Ehrenbuch der im Weltkrieg gefallenen kath. Lehrer Württembergs“, Biberach an der Riß 1927

*H. kam vermutlich bei Neuaufstellung des LIR 126 im März 1915 mit dem IV./LIR 121 zum LIR 126
  laut Württ. Verustliste 159 und 212 sowie Verlustliste des LIR 126: 5./LIR 126

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