Dienstag, 19. Mai 2015

19. Mai 1915


„Die 2. Ulanenkompagnie ab 13. Mai führte Rittmeister Graf Zeil. Als Zugführer waren eingetreten die Leutnants Graf Stauffenberg, Beisbarth, Ebner (Max) und Dörtenbach (Joachim).
Die Ulanenkompagnie war in vier Züge eingeteilt, von denen zwei in vorderster Linie waren. Die beiden andern lagen in Reserve und hatten Grabenarbeiten zu verrichten und insbesondere Munition, Material und Lebensmittel vorzubringen.
Der Franzose war in diesen Tagen sehr unruhig. Am 20. Mai lag starkes Artillerie- und Minenfeuer auf unserer Stellung, ein Laufgraben wurde völlig zugeschüttet. Die Reservezüge wurden bereit gestellt.
Der offenbar beabsichtigte Angriff erfolgte jedoch nicht.
Am 21. Mai wurde unsere Stellung wieder heftig beschossen und etwa gegen 8.35 Uhr abends griffen die Franzosen bei unserem rechten Nachbarregiment (Inf.-Regt. 120) an.
Der Kriegsfreiwillige Jenny, der am rechten Flügel war, erkannte die Gefahr sofort und ging rasch entschlossen gegen einige in den Graben eingedrungene Franzosen mit Handgranaten vor: Durch sein energisches Eingreifen gelang es ihm, den Gegner aufzurollen und wieder aus der Stellung zu vertreiben. Jenny wurde für sein schneidigesVerhalte zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisern Kreuz ausgezeichnet.
Leider wurde der tapfere und unerschrockene Kriegsfreiwillige an Brust und Leib durch eine Handgranate schwer verwundet. Als er nach mehreren Monaten wiederhergestellt war, meldete er sich sogleich wieder bei seinem Truppenteil.
An Verlusten hatte die Ulanenkompagnie 3 Tote, nämlich: Reservist Kugler, 3. Esk. (starb in München, Reservelazarett), Ulan Johannes Bauer II, 3. Esk., Ulan Fink, 2. Esk.“


aus: „Das Ulanen-Regiment „König Karl“ (1. Württ.) im Weltkrieg 1914-1918“ Stuttgart, 1927

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