Samstag, 15. Juli 2017

15. Juli 1917


„Am 15. Juli morgens ½1 Uhr setzte heftiges Vorbereitungsfeuer auf den Regiments-abschnitt ein. Eine der ersten schweren Granaten traf den einzigen Unterstand der 5. Komp. an der Straße Bullecourt – Hendecourt, entzündete die aufgestapelte Leuchtmu-nition und setzte den Unterstand in Brand, so daß die Besatzung teils verbrannte, teils verwundet wurde und zwei leichte Maschinengewehre ohne Bedienung verschüttet wurden. Die anschließende Trichterbesatzung sah bald darauf im flackernden Schein der zahlreichen Leuchtkugeln dichte Engländerhaufen vom Holzstoß bei Bullecourt her die Straße entlang vorbrechen. Westlich des Weges hielt die 5. Komp. den Angriff zunächst auf. Die überraschten Feinde vergaßen sogar, ihre Handgranaten vor dem Werfen zu entsichern. Östlich der Straße aber vermochten sie in das Trichterfeld einzudringen, die durch das Artilleriefeuer außer Gefecht gesetzte Besatzung zu überwältigen und nieder-zumachen. Unterdessen griff Leutnant d. Res. Kopf mit seiner kleinen Schar die im Trichter liegenden Engländer westlich der Straße so heftig mit Handgranaten an, daß sie bald gruppenweise unter schweren Verlusten durch das prompt und gut einsetzende Sperrfeuer zurückgingen und Gewehre und Sprengkasten zurückließen. Aber der kurze Kampf kostete die Kompagnie 9 Tote und 20 Verwundete und kein Bericht meldete die Not und Tapferkeit der Braven, die im Schlamm ihrer Löcher und im Eisengewitter des Feuerüberfalls ausgeharrt hatten.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 119 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920


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