Mittwoch, 3. August 2016

3. August 1916


„Der Kampf wurde in der Hauptsache durch Artillerie geführt, welche beim Feinde in seinen niedrig fliegenden Fliegern eine hervorragende Unterstützung fand. Durch Leuchtzeichen und Hupensignale lenkten sie das Feuer überall hin, wo sich deut-scherseits Ziele zeigten. Man hatte den Eindruck, als ob ein riesiger Dampfhammer ununterbrochen niedersausen würde, um alles zu zerschmettern. Es war kein Kampf mehr, sondern eine Leichenfabrik, wie der Engländer sagte. Ein Verkehr zwischen Combles und Faffemont-Ferme und vorderster Linie war am Tage nahezu ausge-schlossen, selbst einzelne Meldegänger erhielten sofort Feuer. Hervorragend bewährten sich die Gefechtsläufer vom Regimentsgefechtsstand sowohl zum Kampftruppen-Kommandeur bei Faffemont-Ferme als auch nach rückwärts zur Meldesammelstelle der Brigade in Rancourt. In Löchern, mit Abständen von 300 bis 500 Metern, harrten diese Braven im feindlichen Feuer aus, um die Verbindung aufrecht zu erhalten. Alle Fernsprechverbindungen versagten im feindlichen Feuer dauernd; obwohl nicht nur eine, sondern mehrere Leitungen nach vorne gelegt wurden und die braven Fernsprecher auch im stärksten feindlichen Feuer bemüht waren, die zerstörten Leitungen zu flicken.  Ausgezeichnete Dienste leistete eine Lichtsignalverbindung von Combles nach Sailly zum Divisionsgefechtsstand. Unter unsäglichen Schwierigkeiten vollzog sich der Nachschub an Pioniermaterial und Verpflegung, da die Feldküchen von Sailly her über das dauernd unter Feuer liegende Frégicourt nur in der Nacht bis an den Eingang von Combles vorfahren konnten.  Ihre Begleiter hatten wahrlich auch keinen leichten Dienst. Hindernisdraht, Stollenholz, Munition, Handgranaten, Schanzzeug, Leuchtpatronen, Mineralwasser und Tee mußten Nacht für Nacht, oft durch das feindliche Sperrfeuer hindurch, bis zur vordersten Linie vorgebracht werden. Am Boden liegendes Material, von den vom feindlichen Feuer überraschten Trägern abgeworfen, bezeichneten den Weg nach vorne.“



aus: „Das neunte Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 127 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920

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