Dienstag, 9. August 2016

9. August 1916


„Für den 9. August wurde mit der Fortsetzung der Angriffe gerechnet. Nach sehr unruhiger Nacht begann 5.30 Uhr vormittags stärkstes Trommelfeuer, das schon nach 10 Minuten nach rückwärts verlegt wurde. Die Engländer stürmten dicht dahinter in Massen vor, wurden aber von der rechtzeitig besetzten Feuerlinie mit sehr großen Verlusten abgewiesen. Im rechten Abschnitt wurde der Angriff nicht wiederholt, im linken rannte der Gegner dreimal vergeblich an, da die Kompagnien im Hohlweg durch das kurze Artilleriefeuer so gut wie gar nicht gelitten hatten, wurde jeder Anlauf mühelos im Infanterie- und M.-G.-Feuer erstickt. Wo die Engländer in dichten Haufen geballt in ihrer Verzweiflung an die Stellung vorstürmten, machten Handgranaten bald ein Ende. Bei der Abwehr dieser Angriffe hatten sich bei der 7./124 der Unteroffizier Pichler von Oberpöring besonders ausgezeichnet, der frei auf der Brustwehr stehend die Anstürmenden abwehrte, bei der 8./124 der Vizefeldwebel Wocher von Hirschlatt, der trotz der heftigen Artilleriebeschießung die Engländer beobachtet hatte und rechtzeitig alarmierte. Auch er wehrte, oben auf dem Rand stehend, die Gegner durch Hand-granaten ab. Nach einstündigem Kampf war auch hier alles zu unseren Gunsten entschieden. Die zurückflutenden Engländer wurden wirkungsvoll von unserem Sperr-feuer gefaßt und die letzten Reste zusammengeschossen, das Vorgelände lag dicht besät mit Toten.
Unsere Verluste betrugen 22 Tote, 54 Verwundete, darunter Leutnant d. R. Roth, 5 Vermißte..“


aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

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